DSGVO: Darum ist SEO nun wichtiger denn je

DSGVO SEO wichtiger denn je

„SEO ist tot“ dieses Gerücht liest man immer wieder und es kursiert schon seit der Geburtsstunde des SEO im Internet. Doch SEO ist nur tot, wenn man sich den stetigen Updates und neuen Anforderungen an die Suchmaschinenoptimierung verschließt. Eine solch neue Herausforderung ist beispielsweise die DSGVO, die kürzlich in Kraft trat.

Eigentlich soll die am 25. Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung, kurz DSGVO, die Rechte für EU-Bürger im Thema Datenschutz vereinheitlichen. Insbesondere geht es um den Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und dem freien Verkehr solcher Daten. In der Praxis sorgt sie aktuell vor allem für panische Verunsicherung: Bei Verstößen drohen harte Strafen, andererseits sind weite Teile der Regelung noch ziemlich schwammig formuliert. Viele Unternehmen stehen der neuen Verordnung sehr negativ gegenüber und bezeichnen die DSGVO als bürokratisch und innovationshemmend.

Es kursieren tausende von Artikeln und Blogbeiträgen zur DSGVO im Netz: Doch wie wirkt sie sich wirklich auf ihre Suchmaschinenoptimierung aus? Es ist unvermeidlich, dass die DSGVO, Auswirkungen auf eine Reihe von SEO-Ereignissen haben kann. Lesen Sie hier, warum SEO wichtiger denn je ist!

DSGVO Datenschutz

Wie schnell sind Bußgelder zu befürchten?

Die DSGVO sieht Abmahnungen und Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Vorjahresumsatzes vor. Bereits die Wochen vor Inkrafttreten der neuen Verordnung stand die Internetwelt Kopf: Webseitenbetreiber, Vereine und private Blogger schalteten aus Angst ihre Webseiten ab, tausende von E-Mails zur DSGVO flatterten in unser Postfach, Unternehmen brachen in Panik aus. Wenige Tage nach dem Start der DSGVO gibt es bereits die ersten Abmahnungen. Das Datenschutzrecht wurde jedoch mit der DSGVO nicht neu erfunden. Lediglich Unternehmen, für die die Datenverarbeitung das Hauptgeschäft sei, standen oder stehen nun vor einem großen Aufwand. Natürlich müssen Sie einige (aufwendige) Maßnahmen durchführen um datenschutzkonform zu arbeiten, doch dazu gibt es bereits tausende von Artikeln und Anwälte, die sich darauf spezialisiert haben. Welche Vorteile Ihnen konkret SEO oder allgemein Inbound Marketing bringt, erfahren Sie im Folgenden.

Auswirkungen der DSGVO auf Ihre SEO und Inbound Marketing-Strategie

Früher war SEO eine eigenständige Marketingmethode, die komplett unabhängig arbeiten konnte. Aber auch Suchmaschinen optimieren ihre Algorithmen ständig mit dem Ziel, dem Suchenden das bestmögliche Ergebnis zu liefern. Nach zahlreichen tierischen Updates, wie dem Panda, dem Pinguin oder dem Humming Bird Update, sind heute SEO und Inbound Marketing fest miteinander verknüpft: Es geht darum, anders als im traditionellen Outbound Marketing, auf die Interessen und Bedürfnisse Ihrer idealen Kunden abzuzielen, qualifizierte Besucher abzuholen, auf Ihre Webseite zu bringen und sie zu Leads und Kunden zu konvertieren. Inbound Marketing bedient sich mehrerer Teildisziplinen, wie beispielsweise der Suchmaschinenoptimierung und basiert darauf, von Kunden gefunden zu werden. Inbound Marketing und vor allem erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist deshalb so großartig, da man Kunden mit seinen Werbebotschaften nicht penetrieren muss, sondern wie ein Superheld da ist, wenn man gebraucht wird.

Doch was hat das alles mit Inkrafttreten der DSGVO zu tun? Nun ja, die Datenschutz-Grundverordnung wirkt sich unvermeidlich auf die von Ihnen verfolgten Ziele, wie beispielsweise den Newsletter-Anmeldungen, aus. Der Webseitenbetreiber ist nun verpflichtet, alle Eintragungen nachweisbar zu protokollieren und Nutzerdaten jederzeit durch den User abrufbar oder löschbar zu machen. Durch Inkrafttreten der DSGVO sind nun ebenso aktive Einwilligungen Ihrer User erforderlich, die sich wahrscheinlich negativ auf Ihre Anmelderaten auswirken. So entsteht ein Zwiespalt zwischen Einhaltung der Datenschutzkonformität und Ihren Marketingzielen.

 

Wie wirkt sich die DSGVO auf User Experience und Usability aus?

In Zukunft werden Google und andere Suchmaschinen User-Experience (UX) als Ranking-Faktor in ihren Algorithmen noch mehr Gewichtung geben. Bisher gibt es keine Hinweise seitens Google, dass auch die Einhaltung der DSGVO in ihre Webseiten-Bewertung eingeht. Doch ob dies zukünftig das Fall sein wird, bleibt noch offen. Bereits in der Vergangenheit hat Google einige Konzepte, die anfangs optional schienen, später als wichtigen Ranking-Faktor angesehen. Es steht außer Frage, dass die Einführung der DSGVO erheblichen Einfluss auf die UX Ihrer Webseite haben wird. Außerdem müssen in Zukunft Webdesigner und SEOs noch enger zusammenarbeiten, um Datenschutzkonformität zu gewährleisten, die nicht auf Kosten der User Experience geht. Aktuell stellt eines der wichtigsten Features, um User Vertrauenswürdigkeit zu signalisieren, das SSL-Zertifikat dar, das nun bei Vorhandensein von Kontaktformularen auf Webseiten sogar Pflicht ist und sogar von Google bei Vorhandensein einen signifikanten Rankingboost einbringt.

DSVO SEO Zusammenarbeit Webgesigner

Cookie Hinweis – Ohne verschlechterte User-Experience

Das deutsche Recht drückt sich hier wieder sehr vage aus, wie sich die Gesetzesänderungen konkret auf die Praxis auswirken und wie der Cookie-Hinweis anwendungsbezogen aussehen muss, ist wieder nur abzuwarten. So kann der Cookie-Hinweis in unterschiedlichsten Varianten und Herangehensweisen erfolgen, je nachdem wie gesetzeskonform dieser sein soll. Entweder weist man den Besucher ganz klar und deutlich auf die Cookies hin und macht dies so präsent wie möglich – oder man integriert den Cookie-Hinweis sehr beiläufig und stört den Nutzer praktisch gar nicht in seinem Surfverhalten.

Derzeitige Rechtsempfehlungen:

Sicherster Weg (Cookie-Opt-In): Der Nutzer muss aktiv mit einem Klick den Cookies zustimmen, erst dann werden Cookies verwendet.

Mittelweg (Cookie-Hinweis mit Opt-Out Möglichkeit): Der Nutzer wird über die Verwendung von Cookies informiert, es wird auf die Datenschutzerklärung verwiesen, in der der Nutzer sein Recht auf Widerspruch geltend machen kann. Es wird allerdings keine aktive Zustimmung eingeholt.

Grauzone: Kein Hinweis, der Nutzer erfährt nichts von den Cookies. Dies wird vor allem bei Third-Party Cookies zum Problem, bei dem die Nutzerdaten an Dritte weitergeben werden.

 

Auch hier entsteht natürlich wieder ein Spannungsfeld zwischen absoluter Datenschutzkonformität und möglicherweise der Verschlechterung der User-Experience, denn oftmals wirken die Cookie-Hinweise schlichtweg störend oder lästig. Bei der Umsetzung muss jeder Websitenbetreiber individuell entscheiden:Je nachdem welche Darstellungsvariante man wählt, ob mit vorgefertigten Pop-ups oder Individuallösungen oder wie rechtssicher die Variante sei soll. Letzten Endes bleibt es jedem selbst überlassen, welche Lösung für ihn die beste darstellt. Jedoch muss auch angemerkt werden, dass spätestens beim Inkrafttreten der zukünftigen ePrivacy-Verordnung 2019 strengere Anforderungen für Cookies zu befürchten sind.

ACHTUNG: Hier wird anonymisiert abgestimmt. Wir möchten weder Ihre Schuhgröße, noch Ihre schmutzigen Geheimnisse wissen, lediglich Ihre Meinung zum Cookie-Hinweis. Bei dieser Umfrage wird ein Cookie gesetzt. Falls Sie teilnehmen, erklären Sie sich mit dem Cookie einverstanden.

Finden Sie den Cookie-Hinweis als störend oder lästig?

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Vorteile von SEO und Inbound-Marketing

Derzeit muss jedes Unternehmen selbst entscheiden, wie es Kundendaten für die Datenanalyse verwendet, denn bereits eine scheinbar harmlose Datenanalyse kann zum Missbrauch von Daten führen. Die Möglichkeiten für die Verknüpfung verschiedener Datenbestände scheinen immer mehr zu werden, doch was ist rechtlich noch möglich und was geht zu weit?

Die klaren Vorteile des Inbound Marketings lassen sich auch auf die Suchmaschinenoptimierung übertragen, da beide das Ziel verfolgen, Inhalte so auszuzeichnen, dass sie von Suchmaschinen und damit von potenziellen Kunden bestmöglich gefunden werden können.

Dazu werden keine datenschutzrechtlich bedenkliche bzw. derzeit stark diskutierte Tools wie Google Analytics benötigt, sondern aggregierte Daten wie Rankings, Backlinks, Suchanfragen und Zugriffe pro Monat reichen völlig aus. Für diese Informationen genügen bereits kumulierte Daten wie beispielsweise aus der Google Search Console. Inwieweit Tools, die keine aggregierten Daten liefern, unter anderem Google Analytics, datenschutzrechtlich bedenklich sind und welche genauen Maßnahmen und Anpassungen in der Praxis getroffen werden müssen, steht bis jetzt noch in den Sternen. Bis diese und weitere Fragen sowie der Umgang mit diesen Tools geklärt sind, kann also verstärkt auf Suchmaschinenoptimierung gesetzt werden.

Da im SEO Nutzer selbst aktiv nach Inhalten oder Suchbegriffen suchen, brauchen wir kein Surfprofil, keine Nutzerdaten oder sonstige Informationen. Lediglich die Analyse von aggregierten Daten und das Keyword der einzelnen Nutzer reicht aus um die Nutzerintention richtig zu verstehen und maßgeschneiderte Inhalte und Maßnahmen umzusetzen.

Steigende Relevanz von SEO und Inbound-Maßnahmen nach Einführung der DSGVO

Nach Einführung der neuen Datenschutz-Grundverordnung werden es Unternehmen, die ihre eigenen Bedürfnisse vor die der Verbraucher stellen oder zweifelhafte Methoden anwenden, zukünftig schwer haben. Viele der veralteten Maßnahmen wie z.B. das Zusenden von Spam-Mails werden von den Nutzern als lästig empfunden und künftig auch aus rechtlicher Seite mit harten Strafen bekämpft. Durch die neue Verordnung werden somit einige Unternehmen zu Recht ihre Marketingaktivitäten überdenken und anpassen müssen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben und langfristigen Erfolg zu generieren.

SEO ist eine Branche, die sich ständig weiterentwickelt und verändert, Verbraucher und deren Interessen stehen im Mittelpunkt. Neue Vorschriften wie die DSGVO werden sich vermutlich auch auf die Rankings auswirken, doch wir haben gelernt, uns diesen Änderungen stetig anzupassen. Suchmaschinenoptimierung wird somit in Zeiten von mehr Datenschutz, sinkender Relevanz von Facebook für Google und dem Roll-out des mobilen Indexes, als eine der stärksten Strategien zur Kundengewinnung und Leadgenerierung gesehen.

 

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